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Adeline Schebesch

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Adeline Schebesch liest ihre Geschichte "Na, Blut geleckt?!"

Ob Dinge klein oder gross erscheinen, ist oft nur eine Frage der Perspektive. Was für einen Frosch unendlich gross aussieht, kann für einen Menschen lächerlich überschaubar sein.

Ein niedlicher, kleiner Frosch, der sich schnell ins Wasser scheuchen lässt, sobald man sich nähert. Mit einem leisen Klatsch verschwindet er in seinen Heimatteich. Amüsiert und ein wenig berührt guckt man zu.

Beschleicht uns nicht oft genug der Verdacht, dass jemand uns zusehen könnte wie wir den Fröschen? Und was, wenn ein großes Kind versucht, uns zu fangen? Einfach so, zum Spass?

Eine Geschichte wird erzählt. Scheint sie nicht ein Netz vor allem der Geschichten der handelnden Personen zu sein? Geschichten aber spielen immer Irgendwo. Das Irgendwo wird erwähnt, der Ort wird beschrieben, manchmal darf er atmosphärisch wirken: Wenn die Nebelschwaden über den Sümpfen oder Kanälen aufsteigen, die Sonne unbarmherzig das Pflaster in glühende Kohlen verwandelt, oder die Sterne durch das Fenster blinken, wird die Kulisse der Geschichte lebendig. Aber sie bleibt meistens: Kulisse.

Es gibt jedoch Orte, die magisch, Orte, die selbst Hauptrolle sind. Orte, die bestimmen, was auf ihnen geschieht. Nicht umgekehrt. Sich verändern, ihre Kleider wechseln, und doch immer ihren Charakter behalten. Ein solcher Ort ist der „Dutzendteich“, Nürnbergs Kürzel für ein riesiges Areal: Luitpoldhain, Zeppelinfeld, Kongresshalle, Arena. ...

Das Reichsparteitagsgelände der NSDAP: Bevor die Baumeister des Dritten Reiches versuchten, dieses Gebiet ihrem megalomanischen Dogma zu unterwerfen und zuletzt doch scheiterten, war dieser waldreiche Sumpf ein Ort, wo Nürnbergs Bürger Erholung suchten. Heute tun sie es erneut. Ein Naherholungsgebiet? Ja, aber ein besonderes. Ein parkartiges Gelände, wo steinerne Klötze wie riesige Kröten um ihre Teiche sitzen. Einer davon, ein malerisch schöner, ist wohl der giftigste Teich Deutschlands und auch sein Name ist seltsam schön: der Silbersee.

Rockkonzerte, Fußballspiele, Museum, Messegelände, Volksfest, Lagerhalle, Mahnmal, Park, ewige Bauruine, sonntägliche Familienpicknicks, Theater und einiges mehr: 

Wie sich die einzelnen Stimmen der Instrumente zu einer Symphonie zusammensetzen, auseinander streben, sich widersprechen, sich erneut verweben; so lässt dieser seltsam düstere und magische Ort in immer anderen Sätzen Geschichten auf sich entstehen. Phantasien tanzen wie kleine Irrlichter über diesem Gebiet - kleine, größere. Halb Essay, halb Kurzgeschichte: Um diese Eindrücke, Bilder, Geschichtchen, losgelassene Phantasien auf Nürnbergs dunklem und faszinierenden Ort dreht es sich hier in Na - Blut geleckt?!

 

Biografie

Portrait Adeline SchebeschSchauspielerin, in der Hauptsache Theater mit zahlreichen „Abstechern“ in den verwandten Medien Radio, Film, Fernsehen und Synchron. Darüber hinaus Wiederaufnahme meines Studiums der Theater- und Medienwissenschaften und Studium der Ur-und Frühgeschichte an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Die Liebe zum gesprochenen und geschriebenen Wort brachte mich im Laufe meiner Schauspielerlaufbahn immer wieder in Kontakt mit Projekten oder Aufführungen, zu denen ich den Text lieferte. Neben inzwischen zahlreichen Essays und dramatischen Bearbeitungen fürs Theater und für szenische Lesungen, schrieb ich Monologe historischer Frauenfiguren: die bemerkenswerte Christine de Pizan, die Nürnberger Patrizierin Sabina Maria Behaim, und die Künstlerin Susanna Maria Sandrart. Ich hoffe, der literarischen Tätigkeit in Zukunft immer mehr Raum geben zu können.

 

Berufliche Laufbahn

  • 1981-1982 Engagement am Theater Erlangen
    erstes professionelles Engagement ohne reguläre Schauspielausbildung noch während des Studienbeginns in Erlangen
  • 1987-1996 Freie Schauspielerin in Wien, Salzburg und Villach
    während der Wiener Jahre als freie Schauspielerin neben durchgehenden Engagements am Theater auch Arbeiten für den ORF, Film und in freien Produktionen, u.a. Bruno Max (Theater zum Fürchten, Mödling und Scala, Wien) und für Atteata.
  • 1997 freie Schauspielerin am Gostner Hoftheater, Nürnberg
    Drei Produktionen und zwei Gastpiele: "Jean und Ich" und "Die Moskauer Schönheit" und eine Hausproduktion: Eine Eigendramatisierung nach Motiven "Roman" des gleichnamigen Romans Wie es Uns Gefällt/Wise Children von Angela Carter; Aufführungen in Deutsch und Englisch.
  • im Sommer 2008 als Gast in der freien Produktion: Nach Feierabend (nach Motiven von Wunschkonzert/Kroetz)
  • Seit März 1997 permanentes Engagement am Staatstheater Nürnberg
    mit zahlreichen Hauptrollen, u. a. Beatrice (Viel Lärm um Nichts), Jungfrau von Orleans, Minna von Barnhelm, Vagina Monologe, Marquise de Merteuil (Quartett), Annette Houillé (Gott des Gemetzels). Neueste Produktionen: Barbara Fordham (Eine Familie) und Anna Petrowna (Platonow; in Vorbereitung)

www.staatstheater-nuernberg.de

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