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Michael Brons

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Portrait Brons

Foto: privat

 „Ausschau nach freundlicheren Welten halten“

Im November 2013 verlieh die Nürnberger Werkstatt im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt e.V. den Nürnberger „Meistersinger-Brief“ an den Nürnberger Autoren Thomas Michael Brons.

Meistersingerbrief als PDF herunterladen >

Die Auszeichnung des alternativen Nürnberger Literaturpreises fand im Rahmen einer Gemeinschaftslesung im Literaturzentrum Nord (KUNO) e. V. statt. Mitwirkende waren Erich Ude, Edith Nikolajsen, Arno Schlick, Nadu Schmidt, Dagmar Stein, Monika Rohr, Ralf Rühe und Manfred Koch; musikalischer Rahmen: Ute Rüppel

Von dieser Verleihung ist ein Ausschnitt zu hören - Thomas Michael Brons Texte lesen:
Erich Ude (Ich verspreche nichts), Manfred Koch (Taxifahrer), Ralf Rühe (15 Jahre danach).
Zu Beginn hören Sie Manfred Schwab mit seiner Laudatio.
Laudatio als PDF herunterladen >

Thomas Brons, der „Weltverbesserer und Streiter gegen Engherzigkeit und Opportunismus“, wie ihn einst die Nürnberger Nachrichten bezeichnete, wurde am 11. November 1943 in Nürnberg geboren. Er hat Romanistik, Lateinamerikanistik und Literaturwissenschaften studiert. Promotion zum Dr. phil. 1971 in München mit einer Arbeit über die Antipoesie des chilenischen Lyrikers Nicanor Parra.

In vier Kontinenten arbeitete Brons u. a. als Freiwilligenhelfer, Taxifahrer, Museumspädagoge, Mitarbeiter des Goethe-Instituts und Hochschullehrer. Er lehrte an der Universität von Santiago de Chile (1972/74) und geriet dort nach dem Militärputsch in die Folterkeller des Pinochet-Regimes. Diese traumatischen Erlebnisse, an deren Folgen er bis heute leidet, hat er in einer fortlaufenden Buchreihe mit biografischen, literarischen, philosophischen und zeitgeschichtlich-sozialkritischen Notaten verarbeitet: „Aus dem Tagebuch eines Spätheimkehrers“ (1975), „Ätsch, ich habe gelebt“ (1983), „Aus Logbüchern des Narrenschiffs“ (1988), „Taxi Tage Buch“ (1993), „Stimmen aus dem Off“ (1999) und zuletzt „Xenos – der Fremde (2007). Es sind literarische Arbeitsjournale voll Wut und Witz, Sarkasmus und Zärtlichkeit, für die er eine ganz eigene literarische Mischform entwickelt hat. Texte „voller Chaotik und Präzision“, so Hermann Glaser, "für Leser, die wie Brons nach 'freundlicheren Welten' Ausschau halten“.

Thomas Michael Brons ist der 5. Preisträger der seit 1992 vom Werkkreis Literatur der Arbeitswelt e.V. (Werkstatt Nürnberg) verliehenen Auszeichnung, die sich im Verlauf von zwei Jahrzehnten zu einer Art alternativem Nürnberger Literaturpreis entwickelt hat. Mit ihm werden hervorragende Autoren im fränkischen Raum gewürdigt, deren Werk von sprachlicher Originalität und einer engagiert-sozialkritischen, demokratisch-antifaschistischen und mit der Arbeiterbewegung verbundenen Haltung geprägt ist und die in ihrer Heimat die verdiente Beachtung bisher nicht genügend erfahren haben.

Die bisherigen Preisträger sind Kurt Karl Doberer † (1992), Wolf Klaussner † (1997), Walter Zahorka † (2003) und Manfred Schwab (2007)

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